23.05.2016 / Kategorie: Allgemeine Meldung

Akademie der Künste: David trifft Goliath? Zur Reform des Urhebervertragsrechts


"Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Veränderungen, die der Referentenentwurf zur Reform des Urhebervertragsrechts aus dem Bundesjustizministerium (BMJV) auf seinem Weg zum Regierungsentwurf erfuhr: Die urheberstärkenden Vorschläge aus dem Hause von Heiko Maas stießen offenkundig beim Koalitionspartner CDU so auf Granit, dass in der interministeriellen Abstimmung letztlich „Steine statt Brot“ für die Urheber herauskam. Verschlechtert wurden z. B. Regelungen zum Rückruf- und Auskunftsrecht sowie zur Verbandsklage. Matthias Schmid, zuständiger Referatsleiter im BMJV und  Autor des Referentenentwurfs, verbarg seinen Ärger über die Mutation des Referentenentwurfs kaum, während Christian Sprang vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels keinen Hehl aus seiner Freude über diese Entwicklung machte. Hinrich Schmidt-Henkel vom Verband deutschsprachiger Übersetzer schilderte die oftmals knebelnden Bedingungen, denen Autoren und insbesondere Übersetzer ausgesetzt sind und brachte den Ärger der Kreativen über das stete Streitigmachen einer angemessenen Vergütung zum Ausdruck. Kathrin Röggla, Schriftstellerin, unterstützte diese Kritik zwar, betonte aber auch die Notwendigkeit, mit den Verlagen zu einer Einigung zu kommen, um noch größeren Angriffen auf die Kreativwirtschaft z. B. durch TTIP widerstehen zu können. Die Urheberverbände bemühen sich nun intensiv darum, die Abgeordneten über die fatalen Folgen dieser Verschlechterungen des Gesetzentwurfs aufzuklären, damit diese mit der anstehenden Beschlussfassung im Herbst zur Intention des Referentenentwurfs zurückkehren. Informationen zum Thema: www.urheber.infoAn der Veranstaltung nahm für den BBK Andrea Gysi teil."