Freiberufliche künstlerische Tätigkeit hat einen Rahmen – rechtlich, sozial, kulturpolitisch – und braucht gleichzeitig ein Netzwerk von Akteuren, Organisationen und Initiativen, die mit ihrem Engagement auf diese Bedingungen positiv einwirken.

„ständig selbst ständig. Künstler*innen“ ist der Titel der kultur politik Ausgabe 2/2018. Die darin genannten Quellen können über diese entsprechende Übersicht aufgerufen werden. Vertiefende Informationen zu einzelnen Aspekten finden sich unter dem Menüpunkt „Berufsbild“ auf dieser Website.

Die folgende Übersicht verweist punktuell auf wichtige Aspekte des künstlerischen Arbeitsalltags und deren politischen oder rechtlichen Hintergrund. Auch werden hier Akteure und Projekte vorgestellt, die die Rahmenbedingungen in den Blick nehmen und gestalten.


Künstlersozialkasse
gesetzliche Sozialversicherung für Künstler*innen

Die Künstlersozialkasse organisiert seit 1982 die gesetzliche Sozialversicherung der selbständigen Künstler*innen und Publizist*innen, für die eine Versicherungspflicht nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) besteht. Die KSK koordiniert die Beitragsabführung für ihre Mitglieder zu Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung.


Steuerfragen

Das Bayrische Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat hat mit Rechtsstand Mai 2016 in bereits 5. Auflage die Informationsschrift Steuertipps für Künstlerinnen und Künstler erarbeitet, die einen Überblick über die gesetzlichen Regelungen für den künstlerischen Arbeitsbereich geben soll.


Urheberrecht

Urheber*innen genießen in Deutschland, geregelt im Urheberrechtsgesetz, den Schutz ihrer Rechte an ihrem Werk. Gerade im Zeitalter der Digitalisierung ist das jedoch kein Selbstläufer. Für die Sicherung und Stärkung des Urheberrechts engagiert sich der BBK insbesondere in zwei Strukturen: der Initiative Urheberrecht und der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst (VG Bild-Kunst).

Initiative Urheberrecht

In der Initiative Urheberrecht arbeiten mehr als 35 Verbände und Gewerkschaften zusammen, die die Interessen von insgesamt rund 140.000 Urheber*innen vertreten. Die Initiative setzt sich aktiv für die Belange der Künstler*innen ein und hält das Thema stetig im Gespräch. Auf der Internetseite finden sich Stellungnahmen zu allen urheberrechtlichen Gesetzesinitiativen und zu Entwicklungen auf europäischer und Bundesebene.

Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst

Die VG Bild-Kunst vertritt die Bildurheber*innen in Deutschland bei der Wahrnehmung ihrer Urheberrechte. Sie schließt mit Nutzern Lizenzverträge über die Konditionen der Nutzung ab, überwacht den Eingang der Nutzungsvergütung und verteilt die Vergütungen an die Berechtigten. Außerdem engagiert sie sich auf nationaler und internationaler Ebene für die Stärkung der Urheberrechte. Die Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst fördert künstlerische Vorhaben und Projekte; die Stiftung Sozialwerk kann Künstler*innen in sozialen Notlagen, bei Erwerbs- und Berufsunfähigkeit sowie im Alter unterstützen.

Die Wahrnehmung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten durch die VG Bild-Kunst (und weiteren Verwertungsgesellschaften) gegenüber ihren Mitgliedern ist im VerwertungsgesellschaftenGesetz (VGG) - Gesetz über die Wahrnehmung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten durch Verwertungsgesellschaften - geregelt

www.bildkunst.de

www.gesetze-im-internet.de/vgg/ (Letzter Zugriff 06.03.18 10:04)


Ausstellungen
Leitlinie Ausstellungsvergütung/ Mitwirkungsvergütung

Der BBK-Bundesverband hat 2014 eine Leitlinie zur Ausstellungs- und Mitwirkungsvergütung herausgegeben, die eine angemessene Vergütung der künstlerischen Leistungen im Rahmen von Ausstellungen thematisiert. Sie dient zunehmend als Handreichung für Künstler*innen, Kunstwerke ausstellende Einrichtungen und fördernde Institutionen.


Kunst am Bau/Kunst im öffentlichen Raum

Die Bundesrepublik als Bauherrin realisiert bei ihren Hochbaumaßnahmen und Zuwendungsbauten i. d. R. Kunst am Bau nach dem zuletzt 2012 aktualisierten „Leitfaden Kunst am Bau“ des Bundes. Der Leitfaden verdeutlicht den baukulturellen Anspruch des Bundes und verbindet ihn mit der Notwendigkeit qualifizierter Wettbewerbe. Im Leitfaden, der in enger Zusammenarbeit mit dem BBK entstand, sind die Auswahlverfahren erläutert, und es wird erklärt, warum bildende Künstler*innen möglichst frühzeitig – schon bei der Bauplanung beteiligt werden sollten. Außerdem setzt sich der Bund für Erhalt und Dokumentation bereit realisierter Kunst am Bau ein.

Mit Kunst-im-öffentlichen-Raum-Programmen leisten einige Bundesländer (z.B. Bremen, Berlin, Baden-Württemberg, Thüringen u.a.) und Kommunen (z.B. München, Köln u. a.) einen wesentlichen Beitrag zur künstlerischen Gestaltung des öffentlichen Raums. Insbesondere seit den 1970ern werden Künstler*innen durch entsprechende Beauftragung an der Gestaltung und den diskursiven Prozessen der Stadtentwicklung beteiligt. Die Thematik erfuhr auch im Bereich des Straßenbaus – z. B. an neu geschaffenen Kreisverkehren – neue Impulse.

Der BBK bietet potentiellen Auftraggeber*innen der Öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft seine Beratung an.


Kulturelle Bildung

Bestandteil der kulturellen Bildung ist auch die künstlerische, ästhetische Bildung. Für viele Bildende Künstler*innen ist diese zu einem wichtigen Arbeitsfeld geworden, vor allem in außerschulischen Projekten. Eines der großen Förderprogramme in diesem Bereich ist auf Bundesebene „Kultur macht stark“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert wird. Der BBK-Bundesverband fördert in diesem Rahmen seit mehr als 5 Jahren Projekte mit Kindern und Jugendlichen, die ausschließlich von Bildenden Künstler*innen durchgeführt werden.

Viele Bundesländer haben eigene Programme, in denen auch Künstler*innen tätig werden können.


Künstlerinnen

Die aktuelle Gender-Diskussion gilt auch den besonderen Bedingungen für Künstlerinnen. Hierzu arbeitet u. a. das Projektbüro „Frauen in Kultur und Medien“ des Deutschen Kulturrates und führt ein Mentoring-Programm durch.

Der Bundesverband hat sich am Runden Tisch der Kulturstaatsministerin des Bundes beteiligt und Forderungen insbesondere im Hinblick auf berufliche Fortbildungsprogramme für Künstlerinnen, eine Quotenregelung für Jurys und Ausstellungsbeteiligungen bei öffentlich finanzierten Vorhaben sowie anonyme Auswahlverfahren gestellt.


Förderprogramme und Wettbewerbe

Der BBK veröffentlicht – teilweise exklusiv – zahlreiche Ausschreibungen für Künstler*innen-Stipendien, Projektstipendien, Ausstellungen und Wettbewerbe.


Internationale Gesellschaft für Bildende Künste

Die Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK) ist eine starke Lobby für bildende Künstler*innen auf internationaler und nationaler Ebene. Sie ist ein Zusammenschluss der bundesweit agierenden Künstlervereinigungen BBK-Bundesverband, Deutscher Künstlerbund und Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer (GEDOK).

Touring artists
Informationsportal für international mobile Künstler*innen und Kreative

Die IGBK engagiert sich im Bereich der internationalen kulturellen Zusammenarbeit und setzt sich dafür ein, den internationalen Künstler*innenaustausch und die Rahmenbedingungen künstlerischer Arbeit zu verbessern. Mit dem Projekt TOURING ARTISTS haben IGBK und Internationales Theaterinstituts (ITI) ein Informationsportal für international mobile Kreative geschaffen. Hier erhalten Künstler*innen Antworten auf ihre Fragen zu Themen wie Visa und Aufenthalt, Künstlerstatus und Verträge, Transport und Zoll, Steuern, Sozialversicherung, weitere Versicherungen sowie Urheberrecht.


Kulturpolitik - UNESCO Welt-Bericht 2018

In diesem Bericht analysieren vierzehn unabhängige Experten, das Sekretariat der Konvention und der Hauptherausgeber, wie die „Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ umgesetzt wird. Aus den Leitprinzipien der Konvention wurden vier Ziele der Umsetzung abgeleitet:

1. Nachhaltige Systeme der Governance im Kulturbereich unterstützen

2. Einen ausgewogenen Austausch an kulturellen Gütern und Dienstleistungen erreichen und die Mobilität von Kunst- und Kulturschaffenden steigern

3. Kultur in Rahmenpläne für nachhaltige Entwicklung integrieren

4. Menschenrechte und Grundfreiheiten fördern

Kulturpolitik – Europa

Die Europäische Union strebt danach, das gemeinsame kulturelle Erbe Europas zu bewahren und anderen zugänglich zu machen sowie Kunst und Kreativwirtschaft in Europa zu fördern. Verschiedene kulturpolitische Instrumente wie Förderprogramme und Kunstpreise sollen das unterstützen.

Informationen über Förderprogramme und -strukturen bietet Creative Europe Desk Deutschland mit seinen Informationsbüros in Berlin, Bonn, Düsseldorf, Hamburg und München.

Kulturpolitik – Deutschland

Koalitionsvertrag 2018-2021

Grundlage für die Kulturpolitik in der laufenden Legislaturperiode ist der Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Relevante Aussagen finden sich vor allem ab Zeile 7633 unter „2. Kunst, Kultur und Medien“.

Über die kulturpolitischen Vorhaben der Oppositionsparteien finden sich Aussagen in deren Parteiprogrammen und auf den Internetseiten der kulturpolitischen Sprecher*innen der Bundestags-Fraktionen.

Kulturpolitik - Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“

Der Abschlussbericht der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ ist die bisher umfangreichste Bestandsaufnahme zur Kultur in der Bundesrepublik und enthält 465 Handlungsempfehlungen an Politik, Verwaltung und Kultur-Organisationen.

Der BBK hat dazu im Jahr 2009 das Symposion „Mit den besten Empfehlungen“ veranstaltet, das in einer Dokumentation nachgelesen werden kann.


Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

Artikel 5 Abs. 3:
„Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.“