Kunst-am-Bau hat in Deutschland Tradition. In der Weimarer Republik begonnen, von den Nationalsozialisten vereinnahmt, wird Kunst-am-Bau 1950 durch eine Empfehlung des Deutschen Bundestages zum integralen Bestandteil der Bauherrenaufgabe der Bundesrepublik Deutschland. In der Deutschen Demokratischen Republik entfaltet sich parallel die „architekturbezogene Kunst“, deren Bildprogramm unverkennbar propagandistische Züge aufweist.

Auch in den meisten Bundesländern wird Kunst-am-Bau mit unterschiedlicher Intensität gepflegt; in den Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg entwickelte sich seit den 70’er Jahren daraus das Programm einer „Kunst im öffentlichen Raum“.
 
Mit dem Umzugsbeschluss der Bundesregierung und den umfangreichen Bauplanungen für die neue alte Hauptstadt Berlin erhielt die Kunst-am-Bau, vom BBK bei den Politikern in zahlreichen Gesprächen eingefordert, neue Impulse. Bei allen Baumaßnahmen in Berlin wurden bildende Künstlerinnen und Künstler beteiligt.
 
Durch das Interesse der Öffentlichkeit am Thema „Baukultur“ und das fortgesetzte Engagement des BBK konnte „Kunst-am-Bau“ auch nach Abschluss der Baumaßnahmen in Berlin weiter gestärkt werden. Mit der Herausgabe des „Leitfadens Kunst-am-Bau“, an dem der BBK maßgeblich mitgewirkt hat, unterstreicht der Bauherr Bund die besondere Bedeutung, die er der bildenden Kunst bei seinen Baumaßnahmen beimisst.
 
Mit der Einberufung eines Kunstsachverständigenkreises auf Bundesebene demonstriert der Bund sein Interesse an der Weiterentwicklung und Entfaltung der „Kunst-am-Bau“. Der BBK hat hier maßgeblich mitgewirkt und ist in diesem Beratungsgremium vertreten. Durch „Werkstattgespräche“ zum Thema wird die Öffentlichkeit für Kunst und Bauen weiter sensibilisiert.