Kategorie: Berichte des Bundesverbandes

24.04.2018

Ganz Große Koalition in der Kulturpolitik?

Berlin, 24.04.2018

Freiheit der Kunst, hybride Arbeitsverhältnisse, transparente Förderstrukturen, soziale Sicherung, Gender Pay Gap – das waren die Themen eines Hearings mit Kulturpolitiker*innen der Bundestagsfraktionen von CDU, SPD, FDP, Linke und Grüne, zu dem die Allianz der Freien Künste ins Radialsystem in Berlin eingeladen hatte.

© Johannes Weiss

Von Moderator Christophe Knoch nach den Defiziten befragt, die sie für freischaffende Kreative wahrnehmen, ergänzten sich die Kulturpolitiker*innen gegenseitig und entwickelten damit eine ansehnliche ToDo-Liste:

Simone Barrientos (Die Linke) fordert die soziale Sicherung als Bestandteil eines Staatsziels Kultur, Elisabeth Motschmann (CDU) will vor allem die sozialen und finanziellen Freiräume für Künstler*innen außerhalb der institutionellen Förderung stärken.

Hartmut Ebbing (FDP) wünscht sich mehr Transparenz in den Förderstrukturen und Bürokratieabbau, Eberhard Grundl (Bündnis 90/Die Grünen) eine bessere Berücksichtigung unsteter und hybrider Arbeitsverhältnisse. Dem schloss sich auch Helge Lindh (SPD) an, der die freie Szene als Labor für die Gesellschaft bezeichnete.

Ein Thema wurde vertiefter diskutiert: eine bezahlbare Altersversorgung für Kreative, vor allem Solo-Selbstständige. Die Versicherung von Hartmut Ebbing, die KSK erhalten und ausbauen zu wollen, wurde allenthalben als Fortschritt gegenüber der FDP-Position in den Jamaica-Verhandlungen begrüßt. Diskussionsbedarf hinsichtlich des Zugangs zum Vorteil für die Künstler*innen sahen sie gleichwohl alle.

Großen Zuspruch fand ein Publikumsbeitrag, in dem von einer wirksamen Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen im Bereich des Tanzes berichtet wurde. Zum Abschluss vereinbarten die Kulturpolitiker*innen und die Künstler*innen der Freien Szene, diesen konstruktiven Gedankenaustausch als Hearing oder Round Table fortzusetzen und untereinander kontinuierlich im Gespräch zu bleiben.