Kategorie: Berichte des Bundesverbandes

27.06.2018

Mentoring-Programm und Quotendiskussion

Berlin, 27. Juni 2018: Der Arbeitskreis Geschlechtergerechtigkeit des Deutschen Kulturrates befasst sich mit der Gender-Debatte, die als Querschnittsaufgabe auch im Kulturbereich auf der aktuellen Agenda steht. Hauptthema dieser Sitzung waren Erfahrungen mit der ersten Runde eines Mentoring-Programms, dass das Projektbüro des Kulturrates „Frauen in Kultur & Medien“ betreut.

13 Mentor*innen versuchen, karrierebewussten Künstlerinnen und Frauen im Kultur- und Medienbereich durch konkrete Beratung und praxisbezogene Unterstützung dazu zu befähigen, Führungspositionen erfolgreich einzunehmen. Der bisherige Verlauf wurde positiv eingeschätzt. Die Ausschreibung für die zweite Runde wird im September stattfinden, hier soll der Bereich der Bildenden Kunst stärker berücksichtigt werden, sowohl auf der Seite der Mentor*innen als auch auf der Seite der Mentees.

In der Diskussion um die weitere Arbeit des Arbeitskreises berichtete Andrea Gysi von der Absicht des BBK-Bundesverbandes, sich mit anderen Künstler*innenverbänden über zentrale und vor allem konkrete Forderungen an die Politik zu verständigen, die u. a. auf die Verbesserung der besonders prekären Einkommenslage von Künstlerinnen, dem gender pay gap, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf abzielen. Dazu gehöre u. a. auch die Frage nach der Wirksamkeit von Quoten im Kunstbereich, etwa bei der Besetzung von Jurys oder in Ausstellungskonzeptionen. Solche Forderungen könnten auch in eine Stellungnahme des Kulturrates einfließen. In der Diskussion kristallisierte sich schließlich der Bedarf heraus, im Kulturrat dessen Position zur Quote zu erarbeiten. Dies soll ab Oktober 2018 und im Laufe des nächsten Jahres sowohl im Arbeitskreis als auch in den Sektionen und wünschenswerterweise ihren Mitgliedsverbänden gut vorbereitet und fundiert geschehen.