Kategorie: Berichte des Bundesverbandes

27.01.2019

Berlin, 28. Januar 2019: Wachgeküsst – gemeinsame Perspektive für eine Kulturpolitik von Bund und Ländern

Das Ob und vor allem die Einsicht in die Notwendigkeit einer kulturpolitischen Kooperation zwischen Bund und Ländern stehen wohl nicht mehr in Frage, für Verbesserungen im Wie und Wo bleibt wie immer Luft nach oben. Der Blick zurück auf 20 Jahre Kulturpolitik des Bundes macht deutlich, dass da doch einiges in Gang gekommen ist.

Zu einer Podiumsdiskussion luden der Deutsche Kulturrat, die Kulturstiftung der Länder sowie die Staatsbibliothek zu Berlin ein. Dr. Günter Winands, Amtschef der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, und Senator Dr. Carsten Brosda, Vorsitzender der neuen Kulturministerkonferenz, beleuchteten aus ihrer jeweiligen Perspektive, wie ein fruchtbares kulturpolitisches Zusammenspiel von Bund und Ländern gestaltet werden könnte. In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, Prof. Dr. h.c. mult. Hermann Parzinger, Hortensia Völckers, künstlerische Direktorin der Kulturstiftung der Länder, und Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, wurde allseits die Gründung der Kulturministerkonferenz zur Stärkung gegenüber der KMK-Bildungspolitik begrüßt, die Notwendigkeit eines Bundeskulturministeriums blieb hingegen weiterhin strittig. Konsens bestand darin, dass es zentrale Aufgabe sei, Kunst und Kultur vor Angriffen aktiv zu schützen. Besonders lobend wurde hier hervorgehoben, dass die Erklärung der Vielen inzwischen vom Hamburger Senat unterstützt wird. Als weitere wichtige Themen wurde der Umgang mit Kulturgut aus kolonialen Kontexten, mit den Auswirkungen der Digitalisierung für die Kultur und eine stärkere Berücksichtigung des ländlichen Raums definiert.

Anlass für die Veranstaltung war das Erscheinen des Buches „Wachgeküsst. 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998-2018“, das einen Überblick über die wichtigsten Themen der Bundeskulturpolitik der letzten zwanzig Jahre bietet: Urheberrecht, Kulturgutschutzgesetz, Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten, Provenienzforschung, Filmförderung, Religion, Computerspiele, Erinnerungspolitik, Reformation, Digitalisierung, Kulturfinanzierung, Inklusion, Vielfalt und Diversität, das komplizierte Verhältnis zwischen Bund und Ländern in Kulturfragen, Auswärtige Kulturpolitik. Es kann unter www.kulturrat.de bestellt werden.