Kategorie: Berichte des Bundesverbandes

30.09.2019

Berlin, 30. September 2019: 50 Jahre VG Bild-Kunst – Symposium und Empfang

"Zugang zu Kulturellem Erbe: Digitalisierung der Bestände und Sammlungen – Sichtbarmachung im Netz": Das war der Titel des spannenden Symposiums der VG Bild-Kunst in der Akademie der Künste in Berlin, welches sie anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens veranstaltete. Die Wünsche und Probleme der Museen, die Europeana als Portal der Institutionen des kulturellen Erbes, die Rolle von Wikipedia/Wikimedia waren ebenso Themen wie die Framing-Problematik und die Vergütung der Urheber*innen in diesem Kontext sowie vor dem Hintergrund der DSM-Richtlinie.

Sehr anschaulich stellte Prof. Dr. Bernhard Maaz die Probleme der Digitalisierung und Veröffentlichung des Museumsbestandes der Pinakotheken in München dar.
Digitale Werkverzeichnisse sind seiner Meinung nach in Zukunft elementar. Dabei präferiert er Cloud-Lösungen. Apps werden sich seiner Meinung nach bald in Softwareschrott verwandeln.

So sei es auch notwendig, zu den Digitalisierungskampagnen Foto-Kampagnen zur Aufnahme der Werke zu initiieren. Wichtig auf diesem Weg sind auch die Normierung der Eingabe sowie deren Vereinfachung. Aufmerksamkeit erreichte er auch mit seinem Statement, dass tote Künstler*innen im Netz leben, während lebende Künstler*innen wegen der Urheberrechte im Netz tot sind.
Spannend waren die Ausführungen von Dr. Anke Schierholz, Justiziarin der VG Bild-Kunst zu der Frage, ob die Nutzung eines im Netz geframten Werkes einen Eingriff ins Urheberrecht darstellt, wobei die VG-Bild-Kunst als Treuhänderin die Position vertritt, keine Lizenzen zu erlauben, die die weiteren Nutzungen der lizensierten Werke entwerten.

Große Aufmerksamkeit erreichte John Weitzmann von Wikimedia mit seinem Vortrag Sichtbarkeit – tot oder lebendig im Netz, der im Satz gipfelte: „Was nicht im Netz mit relativ geringem Aufwand sichtbar ist, wird auch nicht für das kollektive Gedächtnis relevant“. Sein Angebot einer Werkansichtsspende der Urheber*innen für Abbildungen im nichtkommerziellen Netzauftritt von Wikimedia wurde von den Anwesenden sehr kontrovers diskutiert.

Dr. Isabell Tillmann vom BKM erläuterte anschließend die Bemühungen zur kulturpolitischen Perspektive der Urheberrechtsreform für Gedächtniseinrichtungen. Den Abschluss bildete Prof. Dr. Gerhard Pfennig mit seinen Erläuterungen zur Vergütung der Urheber*innen in Gegenwart und Zukunft. Und im Anschluss wurde gefeiert: 50 Jahre VG Bild-Kunst!