DIE KUNST DER DRUCKGRAFIK – von den klassischen bis zu den experimentellen Drucktechniken

Radierung, Aquatinta, Holzschnitt, Monotypien, Siebdruck, Linolschnitt

Sophia Pechau, Titus Lerner, Karin Meiner, Manfred Hammes

ArtLab und KunstWerkstatt im Kunstpavillon Burgbrohl
Herchenbergweg 6a, 56659 Burgbrohl, Rheinland-Pfalz
10. März – 6. April 2019

Ein unscheinbares Tischchen mit Druckplatten aus Kupfer und Linoleum, verschiedenen Schnittmessern und grafischen Resultaten, war so etwas wie der Dreh- und Angelpunkt bei der Eröffnung der neuen Ausstellung „Die Kunst der Druckgrafik“ im Kunstpavillon Burgbrohl. Denn anhand der paar Beispiele und Utensilien wurde sie schon greifbar, die Faszination Druckgrafik. Sie macht sich fest an elementarer Handwerklichkeit, die ihrerseits einen ungeahnten Reichtum birgt an Möglichkeiten des Kreativseins.

Vier erfahrene Künstler sind beteiligt an der Präsentation: Karin Meiner, künstlerische Leiterin des Kunstpavillons, der 2006 verstorbene ideenreiche Manfred Hammes, Sophia Pechau mit Lebensmittelpunkt Weibern und Titus Lerner, der in Spessart lebt und arbeitet. Innerhalb des Kosmos druckgrafischer Optionen setzt das für diese Ausstellung zusammenwirkende Quartett bemerkenswerte Akzente, die die Kunsthistorikerin Dr. Heidrun Wirth in ihrem Redebeitrag würdigte.

Dazu hat Manfred Hammes durch sein experimentelles Schaffen viel beigetragen. Aus dem Nachlass-Archiv kommen Formate, die seine Figur des „Sehers“ als Global Player mit einer New Yorker Telefonnummer abbilden. Hammes kannte kein Material-Tabu. Er nutzte für den farbig aggressiv gelb-schwarzen Hochdruck Styropor als Druckstock, der mit ausgestellt ist. Ob er das Motiv per heißem Draht oder Feuerzeug gestaltete? Die Lebenspartnerin war nicht zugegen bei der Entstehung.

Sie selbst zeigt in Durchdrucktechnik Siebdrucke sowohl von verkehrsumtosten Städten als auch Varianten ihres „Autoporträts“. In diesen Foto-Selbstporträts, mal rot-, blau- oder gelbgrundig gedruckt, erscheint sie mit Spielzeugauto auf der Glatze.

Titus Lerner ist seit 1979 ausschließlich mit dem Menschenbild in Zeichnung, Druckgrafik, Malerei und Plastik befasst. Im Kunstpavillon zielt Lerner auf das Menschsein zwischen Blöße und unheimlichen Maskierungen. Er bedient sich des Tiefdrucks (Kupferstich, Radierung), bei dem die vertieften Linien auf der Druckplatte bildgebend sind.

Das umgekehrte Prinzip setzt Sophia Pechau versiert mit dem Linolschnitt (Hochdruck) ein, dessen erhabene Druckplattenstellen die Farbe aufs Papier übertragen. Die Künstlerin fesselt mit der präzise an den Betrachter herangetragenen Stofflichkeit ihrer Motive, ob Tiere, Pflanzen oder schnöde Alltagsdinge, wie einen Strohkorb und aufgerollten Draht. Gearbeitet wird an der großen, historischen Kniehebelpresse, ein Erbstück von Vater Jochem Pechau, Bilderhauer und Zeichner.

Zum TAG DER DRUCKKUNST am 15., nochmals am 24. März, fand ein Workshop zur Linolschnittechnik statt. Die Eröffnung der Ausstellung war sehr gut besucht und auch im Laufe der Ausstellung fanden viele Kunstinteressierte den Weg in den Kunstpavillon Burgbrohl.

Externe/r Link/s:
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