Das Bewahren, Erfassen und Pflegen der Nachlässe bildender Künstler*innen hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Für die meisten Künstler*innen ist es quasi unmöglich, den gesamten Nachlass einer Institution zu vermachen, manchmal können einzelne Arbeiten oder Werkgruppen einem Museum übergeben werden oder ein Archiv zeigt Interesse an einem schriftlichen Nachlass. Denn auch das gehört neben den künstlerischen Arbeiten dazu: Veröffentlichungen, Briefe, Fotos, Zeugnisse, Tagebücher und natürlich Skizzen und Entwürfe.

Wem es nicht egal ist, was nach dem eigenen Ableben mit dem Nachlass passiert, tut gut daran, sich frühzeitig mit dem Thema zu befassen und selbst den bewahrenswerten Kern eines Werkes zu definieren.

In Deutschland haben sich unterschiedliche Initiativen gegründet mit der Intention, Nachlässe von Künstler*innen für die Nachwelt zu erhalten. Der im März 2017 gegründete Bundesverband Künstlernachlässe (BKN) bündelt Informationen und Aktivitäten zahlreicher regional ansässiger Institutionen, Vereine und Stiftungen, die sich dem Bewahren, Erfassen sowie der Erforschung und Vermittlung von Nachlässen bildender Künstlerinnen und Künstler widmen.

Mit seinem Symposion „Anlass: Nachlass. Zum Umgang mit Künstlernachlässen“ im Dezember 2015 und der gleichnamigen Publikation hat der BBK-Bundesverband  wichtige Impulse für eine systematische Arbeit in diesem Bereich gegeben.

Das Archiv der Akademie der Künste in Berlin gilt als bedeutendstes interdisziplinäres Archiv zur Kunst und Kultur der Moderne im deutschen Sprachraum. Künstlerisch und kulturgeschichtlich wichtige Archive, Sammlungen und Kunstwerke aus allen Kunstsparten der Zeit nach 1900 werden erworben und für Wissenschaft und Öffentlichkeit bereitgestellt. Zudem organisiert das Archiv Ausstellungen, Veranstaltungen, Arbeits- und Forschungsstipendien etc

Das Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds verfolgt seit der Eröffnung im Jahr 2010 das Ziel, ausgewählte Werkkomplexe der jüngeren Kunst fachgerecht zu erfassen und zu sichern sowie für Forschungs- und Ausstellungsprojekte zur Verfügung zu stellen.