13.11.2011 / Kategorie: Allgemeine Meldung

"BBK Symposion ""Wie leben Sie? Was macht die Kunst?"""


Diese Frage des Prinzen an den Hofmaler in Lessings „Emilia Galotti“ war Titel eines BBK-Symposions in der Akademie der Künste in Berlin anlässlich des Erscheinens der aktuellen Studie zur sozialen und wirtschaftlichen Situation Bildender Künstlerinnen und Künstler.

Nach der Begrüßung durch den Projektleiter und Vorsitzenden des BBK, Werner Schaub, gab Marlies Hummel, die Leiterin des Instituts ‚Kultur International’, einen Überblick über die Ergebnisse der Umfrage. Sie war mit der Statistischen Auswertung und Analyse der Ant-worten beauftragt worden.
Werner Schaub arbeitete in seinem Vortrag die schlechte finanzielle Situation bildender Künstlerinnen und Künstler heraus und stellte dazu die Erkenntnisse der Studie über alter-native Einnahmequellen vor.
Auf spezifische Probleme von Künstlerinnen und Künstlern, die auf Hartz IV angewiesen sind, ging Annemarie Helmer-Heichele, Vorsitzende des BBK, ein. Sie forderte, dass den Besonderheiten der freiberuflichen künstlerischen Tätigkeit stärker Rechnung getragen werden solle.
Nach Erläuterungen von Uwe Fritz, dem Leiter der Künstlersozialkasse, über Struktur, Auf-gaben und Zukunft der KSK, stellte Dr. Anke Schierholz, Justiziarin der VG Bild-Kunst, den Stand der Diskussionen um eine Ausstellungsvergütung dar. Sie forderte, dass diese als unverzichtbarer Anspruch im Urheberrecht ausgestaltet und über eine Verwertungsgesell-schaft verwaltet werden müsse.
„Wie integriert die UNESCO?“ fragte Dr. Verena Metze-Mangold, stellvertretende Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, anschließend und schilderte Struktur und Ziele der UNESCO.

Zum Abschluss des Symposions begrüßte der Kulturjournalist Prof. Manfred Eichel mit der Leitfrage „Was macht die Politik?“ die drei Politikerinnen Angelika Krüger-Leißner (SPD, Ausschuss für Kultur und Medien des Dt. Bundestages), Lukrezia Jochimsen (Kulturpoliti-sche Sprecherin der Fraktion Die Linke) und Agnes Krumwiede (Kulturpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) sowie die wissenschaftliche Mitarbeiterin von Wolfgang Börnsen (CDU), Uta Wentzel. Die lebhafte Diskussion widmete sich Themen wie dem sog. „Berliner Modell“ in den Jobcentern, Künstlerarmut und möglichen Fördermaßnahmen. Dabei gab es in einigen Fragen durchaus Konsens, in denen die Kultur-politikerinnen aller Fraktio-nen eher mit ihren jeweiligen Haushaltspolitikern zu kämpfen haben. Zum Thema Ausstel-lungsvergütung hingegen gilt es noch viel Überzeugungsarbeit vor allem gegenüber den Regierungsfraktionen CDU und FDP zu leisten.


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