25.10.2011 / Kategorie: Allgemeine Meldung

Willy-Brandt-Preis für Daniel Barenboim und Laila Soliman


Im Willy-Brandt-Haus in Berlin wurde der neu gestiftete Internationale Willy-Brandt-Preis an Daniel Barenboim, Generaldirektor an der Staatsoper Berlin, für sein Engagement für die Verständigung zwischen Menschen aus Israel und Palästina verliehen. Herr Barenboim hat schon vor Jahren das West-Eastern Divan Orchestra gegründet, bezeichnenderweise in Weimar, um damit gezielt auf Goethes West-Östlichen Divan anzuspielen. Seine Intention ist es, Musikerinnen und Musiker aus Israel und Palästina in einem Orchester zusammenzuführen und über die Erfahrung der Gemeinsamkeit in der Musik zum Abbau gegenseitiger Vorbehalte beizutragen. In dieser Richtung begründete Egon Bahr (SPD) als Vorsitzender der Jury deren einstimmige Entscheidung.
Einen Preis für besonderen politischen Mut erhielt die ägyptische Schriftstellerin und Autorin von Theaterstücken, Laila Soliman, die in ihrer Erwiderung auf die Laudatio durch Hamed Abdel-Samad überaus deutliche Kritik an der früheren westlichen Unterstützung totalitärer Regime im arabischen Raum übte, die auch heute noch fortdauere, zumindest was die derzeitige Militärregierung in ihrem Land betreffen. Das Publikum bedachte ihre kämpferische Rede mit stehendem Applaus.
Den BBK vertrat Werner Schaub, der die Gelegenheit nutzte, mit Frau Soliman im Anschluss an die Verleihung ein kurzes Gespräch zu führen.