26.11.2012 / Kategorie: Allgemeine Meldung

Werkstattgespräch „Transfer, Transit, Tor zur Welt“ in Stuttgart


Im Haus der Architekten fand das 12. Werkstattgespräch statt unter dem Titel „Transfer, Transit, Tor zur Welt – Drehscheiben des Verkehrs als Stationen für Kunst am Bau“. Nach der Begrüßung durch den Vizepräsidenten der Architektenkammer des Landes Baden-Württemberg und durch Hans-Dieter Hegner vom BMVBS gab Frau Dr. Ute Chibidziura vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) eine Einführung in die Thematik und stellte einige wenige realisierte Kunstwerke etwa in Bahnhöfen oder an Wasserstraßen vor.Danach moderierte Frau Amber Sayah von der Stuttgarter Zeitung eine Podiumsdiskussion mit folgenden Teilnehmern: Prof. Dr. Stephan Berg (Intendant Kunstmuseum Bonn), Eckart Fricke (Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für Baden-Württemberg), Dr. Rüdiger Kratzenberg (Unterabteilungsleiter Bauwesen/Bauwirtschaft beim BMVBS), Andreas Sander (Leiter der Projektentwicklung Hochbau beim Flughafen München) und Werner Schaub vom BBK.Herr Sander stellte eindrücklich dar, wie beim Flughafen in München trotz mancher Widerstände und Probleme Kunst am Bau durchgeführt wird und betonte, dass die Kunst am und im Flughafen München ganz wesentlich mit dazu beitrage, dass im internationalen Ranking der Beliebtheitsskala dieser Flughafen ganz weit vorne auf Platz 3 liegt. Schon in ihrer Einführung hatte Frau Dr. Chibidziura die Kunst im neuen Flughafen in Berlin vorgestellt, die im Gegensatz zum Flughafen bereits realisiert ist. Werner Schaub betonte die Rolle des BBK bei dieser Realisierung: Zunächst war überhaupt keine Kunst im Berliner Flughafen vorgesehen, erst in einem persönlichen Gespräch mit dem damaligen Minister Tiefensee konnte dieser überzeugt werden, der seinerseits dann die Länder Brandenburg und Berlin noch zu überzeugen wusste. Denn der Bund wird in diesem Fall nur ein Drittel der Baukosten tragen. Und der Flughafen wird nicht von diesen drei politischen Ebenen, sondern von einer speziell gegründeten Gesellschaft gebaut, die vom Bund und den beiden Ländern gebildet wird. Das ist eine nicht so seltene Konstruktionsform, die immer wieder dazu führt, dass der Leitfaden Kunst am Bau umgangen werden kann. Denn ähnlich verhält sich auch die Deutsche Bahn, die eine eigene Gesellschaft ist, die allerdings dem Bund gehört. Im Lauf der Diskussion spitzte Schaub das Gespräch auf die Frage zu, ob der Bund nicht doch die Möglichkeit habe, die Bahn dazu zu verpflichten, in Zukunft bei entsprechenden Bauten immer auch Kunst vorzusehen. Herr Fricke stellte dazu fest, dass dies durchaus machbar sei, wenn die Bahn vom Bund die entsprechende Weisung erhalte. Herr Dr. Kratzenberg sicherte zu, dies im Ministerium prüfen zu lassen, damit der Weg frei werden könnte, den Leitfaden künftig auch bei den Bauten der Bahn zur Anwendung zu bringen. Zu dieser Veranstaltung wird das Ministerium wieder eine Publikation herausgeben, die im Januar beim Ministerium, aber auch beim BBK erhältlich sein wird.