25.11.2010 / Kategorie: Allgemeine Meldung
Das schwedische Vergütungsmodell...
Das schwedische Vergütungsmodell für Künstlerinnen und Künstler – Vorbild für Deutschland?
Unter dieser Fragestellung lud die Friedrich-Ebert-Stiftung in ihrem Haus in Berlin zu einem Fachgespräch in Berlin ein, auf dem Clemens Bomsdorf eine Studie über die schwedische Ausstellungsvergütung vorstellte und Ann Traber deren Auswirkungen in Schweden schilderte. Zur Frage eines möglichen Modells für Deutschland nahmen Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Siegmund Ehrmann, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, und Werner Schaub, Vorsitzender des BBK, Stellung. Im Publikum waren u. a. die Kulturstiftung des Bundes, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, der bbk berlin e.V., die ver.di- Fachgruppe Bildende Kunst, die IGBK, kulturpolitische Referenten der Bundestagsfraktionen und Andrea Gysi von der BBK-Bundesgeschäftsstelle vertreten. Das schwedische Modell, eine Art Tarifvertrag, verpflichtet (lediglich) staatliche Museen, eine Ausstellungsvergütung für die Ausstellung von Werken zu zahlen, die im Eigentum eines in Schweden lebenden Künstlers stehen. Optional ist ferner die Zahlung einer Mitwirkungsvergütung für die Beteiligung z.B. am Aufbau einer Ausstellung etc. Nach Darstellung der mittlerweile fast 30jährigen Diskussion um eine gesetzliche Regelung einer Ausstellungsvergütung schlug Werner Schaub vor, mehrgleisig zu verfahren: - Weiterhin müsse eine urheberrechtliche Regelung gefordert werden, die eine Gerechtigkeitslücke – den bildenden Künstler/inn/en wird die Vergütung für die Nutzung ihrer Werke verweigert – schließen würde. - Das schwedische Modell könne als pragmatischer Ansatz genutzt werden, um z.B. vom Bund geförderte Einrichtungen zur Zahlung von Ausstellungsvergütungen zu bringen. Dabei sollte dies z.B. über Auflagen gegenüber den Zuwendungsempfängern festgelegt werden, wie es teilweise schon praktiziert wird. Die Regelung sollte dann aber auch für ausländische Künstler/innen gelten.- Schließlich begrüßte Werner Schaub den Vorschlag des bbk berlin e.V., im Land Berlin einen ebenfalls pragmatischen Vorstoß mit den Berliner Häusern zu initiieren. Dies könne ja durchaus auch in anderen Bundesländern geschehen.Der Vorschlag wurde allseits positiv aufgenommen, Olaf Zimmermann schlug vor, den BKM zur finanziellen Unterstützung aufzufordern. Siegmund Ehrmann regte ein interfraktionelles Gespräch mit den Künstlerverbänden an.Deutlich wurde, dass in der Angelegenheit alle Künstlerverbände an einem Strang ziehen und gegenüber Kulturverwaltung und Politik eine neue Dynamik in die Diskussion bringen werden. Teilgenommen haben für den BBK Werner Schaub und Andrea Gysi.


