24.04.2015 / Kategorie: Allgemeine Meldung

Werkstatt-Tagung „Künstlernachlässe“ am 24. und 25.04.2015


Die Zahl der Künstlernachlässe wächst zunehmend und erfordert Lösungsansätze, die deren Erhalt, Erfassung, Erschließung und Vermittlung zukünftig sicherstellen. Neben Institutionen wie dem Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds in Brauweiler haben sich auch einige regional agierende Initiativen dieser Problematik angenommen. Die 2013 gegründete Initiative „Private Künstlernachlässe im Land Brandenburg lud am 24. und 25.4.2015 zur Werkstatt-Tagung ins Potsdam Museum ein. In fünf moderierten Podiumsdiskussionen diskutierten dort Akteure der Kunst- und Kulturlandschaft, Politik und Wissenschaft mit Künstlerinnen und Künstlern, Vertretern der Initiativen und Nachlasshaltern zu folgenden Themenbereichen:

- Künstlerischer Nachlass: Sichern durch Auswahl
- Künstlerischer Nachlass: Sichern durch digitale Archivierung
- Künstlerischer Nachlass: Sichern durch Vorlass-Pflege
- Schriftlicher Nachlass: Sichern im öffentlichen Besitz einer Region?Wenn abschließend auch kein Best-Practice-Modell eruiert werden konnte, bestand doch Einigkeit hinsichtlich der Bedeutung einer Werk-Pflege zu Lebzeiten in Form eines gut angelegten, möglichst digitalen Werkverzeichnisses. Insbesondere der Vortrag des Vorsitzenden des Deutschen Künstlerbundes, Frank Michael Zeidler, machte dies mit Blick auf Situation der künftigen Erben bzw. Nachlasshalter klar. Deutlich kristallisierte sich im Zuge der Veranstaltung der Wunsch nach einer überregionalen Vernetzung aller bereits bestehenden Initiativen heraus, um Kräfte zu bündeln und die Vermittlung von Nachlassbeständen für die Forschung, den Ausstellungsbetrieb und den Kunsthandel flächendeckend gewährleisten zu können. In diesem Kontext wurde auch die Forderung nach einer zukünftig stärkeren Einbindung der Politik erhoben, die zur Bewahrung des kulturellen Erbes – und hier speziell des künstlerischen Erbes – nicht aus der Verantwortung genommen werden dürfe. In der Abschlussrunde sagte Dr. Ulrike Liedtke (SPD, kulturpolitische Sprecherin, Landtag Brandenburg) zu, das Thema im Kulturausschuss des Brandenburgischen Landtags auf die Agenda zu setzen.Informiert wurde in der Abschlussdiskussion über das laufende Projekt des BBK-Bundesverbandes, der ein umfassendes Kompendium zum Thema erarbeitet und für den 12. Dezember 2015 in Kooperation mit der Akademie der Künste ein Symposion plant.An der Tagung in Potsdam nahmen für den BBK Bettina Knop, die in der Bundesgeschäftsstelle u.a. in diesem Projekt mitarbeitet, und Andrea Gysi teil.