20.06.2012 / Kategorie: Allgemeine Meldung

11. Werkstattgespräch im Wasserwerk in Bonn: Welchen Wert hat Kunst am Bau?


Das 11. Werkstattgespräch fand im alten Bonner Wasserwerk statt. Das (ehemalige) Bonner Regierungsviertel war exemplarische Diskussionsgrundlage der Veranstaltung. Der Bund besitzt mit seinen zahlreichen Immobilien einige tausend Kunstwerke (eine genaue Zahl ist nicht bekannt), die auf Grundlage der Kunst am Bau-Richtlinie K7 seit Bestehen der Bundesregierung realisiert wurden. Sanierungen, Verkäufe oder Abrisse der Bundesimmobilien werfen die Frage auf, was in diesen Fällen mit der Kunst am Bau geschieht, wo inzwischen auch noch ein Eigentümerwechsel stattgefunden hat: Die Bundesanstalt für Immoblienaufgaben ist seit 2004 Eigentümerin aller Bundesimmobilien und mit ihnen auch der Kunst am Bau. Das bietet Chancen, birgt aber auch Risiken.Die Denkmalpflege ist aufmerksam geworden, kann auch bei Kunst am Bau bewahrend tätig werden, wenn ihre Kriterien, die sich naturgemäß weniger am Kunstbegriff orientieren, anwendbar sind. Sie ist ihrerseits jedoch darauf angewiesen, dass sie "einen Wink" bekommt, also z.B. auf einen drohenden Verlust frühzeitig aufmerksam gemacht wird, zu umfangreich ist ihr Tätigkeitsfeld, zu zahlreich sind die schützenswerten Objekte. Auch hier ist die Personaldecke dünn.Dass überhaupt so viel über die Kunst am Bau des Bundes in Erfahrung zu bringen ist, führen die Referenten einhellig auf die dafür eingerichtete Stelle beim BBR zurück. Sie danken es dem Bund - monieren jedoch dessen diesbezüglichen Geiz.
Dem Erscheinen des Leitfadens Kunst am Bau, an dessen Abfassung der BBK maßgeblich beteiligt war, folgten zahlreiche Publikationen. Der Öffentlichkeit erschließt sich seither mehr und mehr die verborgene Kunst in und an den Bundesbauten. Der "Wert" der Kunst am Bau ist sicher erst in zweiter Linie ein pekuniärer.Gestreift wurde eine Initiative von 122 Kulturamtsleitern in NRW: Sie haben sich darauf geeinigt, in ihrem Wirkungskreis der Kunst am Bau ebenso wie der Kunst im öffentlichen Raum mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Welche Konsequenzen das hat, angesichts knapper Kassen und Nothaushalte, bleibt abzuwarten. Manfred Kohlhaas nahm für den BBK an der Veranstaltung teil.